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Die Partnerschaften für Demokratie in Bremen Mitte/ Östliche Vorstadt und Bremen Nord laden zu einem Seminartag ein. Darin sollen Handlungsstrategien gegen Rechtsextremismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit erarbeitet werden. Erfolge und Schwächen verschiedener Handlungsstrategien werden überdacht und neue Lösungsansätze gesucht.

Das Seminar findet am Freitag, den 23.11.2018 statt. Veranstaltungsort ist das LidiceHaus, Weg zum Krähenberg 33a, 28201 Bremen. Das Seminar geht von 08:30 Uhr bis 15:45 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos, wir bitten aber um Anmeldung bis zum 09.11.2018.

Das Seminar ist als Bildungszeit anerkannt worden. Die Veranstaltung ist nach dem Bremischen Bildungszeitgesetz in Verbindung mit der Verordnung über die Anerkennung von Bildungszeitveranstaltungen nach dem Bremischen Bildungszeitgesetz anerkannt. Das entsprechende Aktenzeichen ist: 23-17 2018/432

Für weitere Informationen zu Inhalten und dem Seminarablauf schreibt gerne an [EMAIL;partnerschaftfuerdemokratie@die-buchte.de]

Bremen Nord

Mittwoch, 08.05.2019, 16:30 - 19:30 Uhr (optional Führung um 15:30 Uhr)

„Denkort Bunker Valentin“, Rekumer Siel, 28777 Bremen

Jung, politisch, motiviert – was treibt junge Menschen an sich zu engagieren?

Im Fokus der Demokratiekonferenz „Demo…kratie – EINMISCHEN –MITMISCHEN – AUFMISCHEN“ am 8. Mai steht die politische Selbstorganisation junger Menschen. Wir treffen auf eine Jugendgeneration, die sich, in Zeiten eines weltweit um sich greifenden Nationalismus, einer globalen Verantwortung stellt und auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam macht. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion diskutieren sie gemeinsam, was sie antreibt, welche unterschiedlichen
Herausforderungen ihnen begegnen und warum es für sie keinen anderen Weg gibt, als sich gesellschaftspolitisch einzumischen.
Mit dabei sind: Jugendliche aus dem Bündnis "Together we are Bremen", der neu gegründeten "Gruppe Nord " in Bremen Nord, von Fridays For Future Bremen und Jugendliche, die das Projekt "Pop-up your solidarity" in Bremerhaven umgesetzt haben.

Anschließend wird Philipp Schweizer, Geschäftsführer des Landesjugendrings Sachsen-Anhalt, aus Expert*innen-Sicht einen Impuls geben, wie die Beteiligung junger Menschen gelingen kann und woran sie häufig scheitert.

Dazu seid ihr und sind Sie herzlich eingeladen! Leitet die Einladung auch gerne weiter.

Bitte melde dich/ melden Sie sich für die Veranstaltung an:demokratiezentrum@soziales.bremen.de

Die Landesdemokratiekonferenz 2019 wird von den Partnerschaften für Demokratie und dem Demokratiezentrum Land Bremen ausgerichtet. In diesem Jahr findet die Veranstaltung in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung im Denkort Bunker Valentin statt.

Programmablauf:
15:30 Uhr Optionale Führung durch den Denkort Bunker Valentin
16:30 Uhr Eröffnung: Malte Lohmeier, Demokratiezentrum Land Bremen
Grußwort: Vertreter*in der Landeszentrale für politische Bildung Bremen
16:50 Uhr Podium mit Vertreter*innen von:
- Together we are Bremen
- Pop up your solidarity Stadtjugendring Bremerhaven
- Gruppe Nord
- Fridays For Future Bremen
17:50 Uhr - PAUSE mit kleinem Imbiss -
18:20 Uhr Vortrag zu Kinder- und Jugendbeteiligung inklusive Praxisbeispiel "Jugendforum Eisenach"
Phillip Schweizer, Geschäftsführer des Kinder- und Jugendrings Sachsen-Anhalt e.V.
18:50 Uhr Diskussion / Fragen im Plenum
19:15 Uhr Abschluss

Moderation: Ima Drolshagen

Dienstag, 2. April 2019, 17.30-20 Uhr

Rechtspopulismus grenzt Menschengruppen aus und bringt Hass und Hetze ins Straßenbild. Für die Mehrheit der Bürger*innen im Bremer Norden steht fest: Demokratie lebt davon, dass alle mitmachen dürfen und ausgrenzender Politik widersprochen wird.
Die Partnerschaft für Demokratie Bremen-Norden will mit Ihnen deshalb gemeinsam eine Kampagne für Vielfalt gestalten. Kommen Sie zur Auftaktveranstaltung am 2. April und bestimmen Sie mit, welche Botschaft für Demokratie und gegen Ausgrenzung ab Mai im öffentlichen Raum sichtbar wird!
Bei der Auftaktveranstaltung informiert der Politikwissenschaftler Fabian Jellonnek über rechtspopulistische Ideologie und ihre fatalen Folgen für die Demokratie. Gemeinsam mit Ihnen entwickeln wir anschließend den Slogan und die Gestalt unserer Kampagne. Das Ergebnis wird ab Mai im Bremer Norden sichtbar werden: Demokratie ist Vielfalt.
Die Kampagne:
2. April: Auftaktveranstaltung
8.-14. April: Online-Abstimmung über das Kampagnen-Design
Anfang Mai: Verteilung des Kampagnenmaterials in Bremen Nord

Veranstaltungsort: Gustav Heinemann Bürgerhaus Vegesack, Kirchheide 49, 28757 Bremen

Zijush ist 13 Jahre alt, als er Bremerhaven verlässt. Er muss mit den Eltern und seiner Schwester zurück in die mazedonische Hauptstadt Skopje. Seine Freundinnen und Freunde in Bremerhaven wollen das nicht akzeptieren. Weil Zijush in Mazedonien noch nicht wieder in die Schule geht, rufen sie ihn an und holen ihn per Smartphone zurück ins Klassenzimmer. Der Film folgt Zijush aus Bremerhaven nach Skopje. Begleitet seine Lehrerin, die den Schüler in der mazedonischen Hauptstadt besucht. Trifft die besten Freunde, die die Welt der Grenzen, Visa und Pässe überwinden, in dem sie sie ignorieren.

Der Film erklärt die erzwungene Migration der Roma zwischen Deutschland und Südosteuropa, das Ping-Pong mit Familien. Der ausgrenzende Rassismus, der die Menschen aussortiert und verletzt, beschäftigt die Schülerinnen und Schüler ebenso wie sie sich durch die Politik der Bundesregierung bedroht fühlen.

Im Anschluss an den Film besteht die Möglichkeit zum Gespräch mit Protagonist_innen und Filmteam.

Am Freitag, 28. September 2018 findet ab 10 Uhr der 2. Aktionstag „Was tun?! Gemeinsam gegen Ausgrenzung und Diskriminierung“ in Bremen-Vegesack statt.
Wir möchten Sie/Euch einladen, den Termin bereits jetzt vorzumerken.
Auch in diesem Jahr ist wieder ein vielfältiges Programm aus Workshops, Vorträgen, Sport- und Unterhaltungsangeboten sowie ein musikalischer Abendausklang geplant. Mit den Angeboten wollen wir ein Zeichen setzen gegen Rassismus, Sexismus, Trans- und Homophobie sowie alle Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.
Bei Fragen und Interesse wenden Sie sich gern an [EMAIL; werkstatt.antidiskriminierung@gmx.de]
Wir freuen uns über Ihre und Eure rege Beteiligung!
Der Aktionstag ist eine Initiative der Partnerschaft für Demokratie Bremen-Nord und wird von einem breiten Bündnis aus Vereinen, Einrichtungen und engagierten Einzelpersonen organisiert.

5.Juni 2018, 18.00, Nunatak

Die Geschichten aus »Meine 7.000 Nachbarn« halten fest, was keinem Menschen zuzumuten ist.

Ein Mann arbeitet wochenlang auf der Baustelle des Berliner Flughafens und erhält am Ende keinen Lohn. Eine Familie wird im Winter aus ihrer Wohnung geworfen, obwohl sie keine Miete schuldet.

Eva Ruth Wemme übersetzt Literatur aus dem Rumänischen und begleitet seit 2011 rumänische Migrantinnen und Migranten in Berlin als Dolmetscherin und Beraterin. Sie führte zahlreiche Interviews und berichtet eindringlich und aus erster Hand vom Teufelskreis aus Arbeits- und Wohnungslosigkeit, aus Fremdheit und Vorurteilen.

Gemeinsam gegen menschenfeindliche Angriffe. , jpg, 12.7 KB

Donnerstag, 26.04.2018, 16:30 - 19:30 Uhr (optional Führung 15:30 Uhr)
im "Denkort Bunker Valentin", Rekumer Siel, 28777 Bremen

In Zukunft – Gemeinsam! Gegenstrategien und Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit menschenfeindlichen Angriffen

Programm

15:30 - 16:30 Uhr
Führung durch den Denkort Bunker Valentin (Begrenzte Plätze!)

16:30 - 16:40 Uhr
Grußwort Demokratiezentrum Land Bremen, Malte Lohmeier

16:40 - 17:30 Uhr
Vortrag "Handlungsmöglichkeiten und Gegenstrategien bei rechter Gewalt"
- Rachel Spicker von der Amadeu Antonio Stiftung

17:30 - 17:45 Uhr
Pause mit kleinem Imbiss

17:45 - 18:45 Uhr Podiumsgespräch
- RAT&TAT- Zentrum für queeres Leben e.V. , Christian Linker, Geschäftsführer
- Denkort Bunker Valentin, Marcus Meyer, Landeszentrale für politische Bildung
- Menorah jüdische Gemeinde zu Bremerhaven, Mircea Ionescu
- Amadeu Antonio Stiftung, Rachel Spicker

18.45 - 19.15 Uhr
Moderierter Austausch in Kleingruppen

19.15 - 19.30 Uhr
Gemeinsamer Abschluss

Moderiert wird die Veranstaltung von Dr. Silke Betscher.

Anmeldungen an:

[EMAIL;demokratiezentrum@soziales.bremen.de]
Tel.: 0421 361 99667

Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport
Referat 22 – Kinder- und Jugendförderung
Demokratiezentrum Land Bremen

„Wie wollen wir miteinander leben?“ -- Begegnung und Austausch zu antimuslimischem Rassismus In Kooperation mit der Universität Bremen
Donnerstag, den 08.12.2016 von 17:00 - 20:00 Uhr
im Gustav Heinemann- Bürgerhaus Vegesack: Kirchheide 49, 28757 Bremen.
Einladung (pdf, 464.8 KB)

Gustav-Heinemann Bürgerhaus Vegesack, Kirchheide 49

Donnerstag, 3. Dezember 2015 von 17:00 - 20:00 Uhr

  • 17:00 Uhr Begrüßung und Ehrung der Nord-Bremer Willkommensinitiativen durch Monika Frank, Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport
  • 17:20 Uhr Impuls: Diskurse in der Flüchtlingsdebatte, Fabian Jellonek, pro aktiv gegen rechts
  • 17:40 Uhr Impuls: Willkommenskultur und Willkommensinitiativen, Larissa Fleischmann, Universität Konstanz
  • 18:00 Uhr Pause und "Gallery Walk: Projekte 2015"
  • Talkrunde zum Thema "Willkommenskultur: Wie geht es weiter?" mit VertreterInnen der Willkommensinitiativen, der Behörden, Larissa Fleischmann und Stadtteil-PolitikerInnen
  • 19:15 Uhr Gemütlicher Ausklang mit Buffet und Getränken

Moderation der Veranstaltung: Fabian Jellonek

Vortrag von Fabian Jellonnek und Annika Müller, Beratungsstelle pro aktiv gegen rechts in Trägerschaft von VAJA e.V.

Jugendfreizeitheim Findorff

Dienstag, 03.11.2015
18:30 - 20:00 Uhr
Begrüßung Anja Wohlers, Beirat Findorff
Jugendfreizeitheim Findorff
Neukirchstr. 23a
28215 Bremen

Im Internet finden RassistInnen einen Kanal für Hass und Hetze gegen Flüchtlinge. Die Beratungsstelle "pro aktiv gegen rechts - Mobile Beratung in Bremen und Bremerhaven" erklärt, wie die Hassbotschaften über die Sozialen Netzwerke ein breites Publikum finden und welche Gefahren von den Kommentaren ausgehen. Auch in Bremen nutzen rechtsextreme und rechtspolpulistische Kräfte die Möglichkeiten der Sozialen Netzwerke, um Stimmung gegen Geflüchtete zu machen. An Hand von Bremer Beispielen wird aufgezeigt, mit welchen Methoden Hass gesät wird und welche Methoden Erfolg versprechen oder nicht.

Bremen Mitte

Vortrag und Diskussion mit Ansgar Drücker

Dienstag, 7. Mai 2019 um 18.30 Uhr
in der T-Stube des Jugendhaus Buchte, Buchtstraße 14/15, Haltestelle Domsheide

Kritische politische Bildung, egal ob im Jugendverband, im Freizi oder in der Schule, beschäftigt sich mit Ungleichheitsverhältnissen – ihrer Entstehung, ihren Erscheinungsformen, ihren Zusammenhängen und Akteuren. Dazu gehört die auch Thematisierung von Rechtspopulismus und Rechtsextremismus.

Leitend wirkt für viele der Beutelsbacher Konsens, welcher 1976 auf einer Tagung unterschiedlicher Politikdidaktiker_innen formuliert wurde und heute in Kontexten schulischer und außerschulischer politischer Bildung rezipiert wird. Er gibt die Maximen von Kontroversitätsgebot, Überwältigungsverbot und Teilnehmer_innen-Orientierung vor. Manchmal wird hieraus ein Neutralitätsgebot abgeleitet, wenn die Bildungsarbeit durch öffentliche Gelder finanziert wird. Aber was heißt das? Sollen Pädagog_innen keine eigene Position beziehen? Müssen alle Akteur_innen des parteipolitischen Spektrums eine Bühne geboten bekommen? Insbesondere im Umgang mit dem parteiförmigen Rechtspopulismus kann Neutralität doch keine ausreichende Antwort sein!

Was genau der Beutelsbacher Konsens formuliert, wie dies heute zu interpretieren ist und was mit einem vermeintlichen Neutralitätsgebot auf sich hat, dazu referiert Ansgar Drücker vom Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit IDA e.V.

Montag, 13. Mai 2019 18-20 Uhr im Wall-Saal der Stadtbibliothek Bremen, Zentralbibliothek, Am Wall 201

Max Czollek ist einunddreißig, jüdisch und wütend. Denn hierzulande herrschen seltsame Regeln: Ein guter Migrant ist, wer aufgeklärt über Frauenunterdrückung, Islamismus und Demokratiefähigkeit spricht. Ein guter Jude, wer stets zu Antisemitismus, Holocaust und Israel Auskunft gibt. Dieses Integrationstheater stabilisiert das Bild einer geläuterten Gesellschaft – während eine völkische Partei Erfolge feiert. Max Czolleks Streitschrift entwirft eine Strategie, das Theater zu beenden: Desintegration.

In Bremen liest Max Czollek aus seinem Buch und diskutiert mit Meliksah Senyürek vom Bremer Rat für Integration.

Moderation: Liza Kis, Naturfreundejugend Bremen, Koordinierungs- und Fachstelle Partnerschaft für Demokratie Bremen

Kostenloser Eintritt und barrierearmer Zugang über den Haupteingang der Stadtbibliothek.

Eine Veranstaltung der Partnerschaft für Demokratie Bremen Mitte/ Viertel/ Findorff in Kooperation mit dem Bremer Rat für Integration und der Stadtbibliothek Bremen.

Veranstaltungsbericht:
Am 13. Mai hatte die Partnerschaft für Demokratie Bremen Mitte/Viertel/Findorff zur Veranstaltung Desintegriert Euch! mit Max Czollek in die Stadtbibliothek Bremen eingeladen. Czollek lebt als Essayist und Lyriker in Berlin und hatte 2018 das Buch „Desintegriert Euch!“ im Hanser Verlag veröffentlicht. Der erste Teil der Veranstaltung bestand aus einer Lesung aus „Desintegriert Euch!“. Anschließend diskutierte Czollek mit Meliksah Senyürek vom Bremer Rat für Integration sowie mit dem Publikum.

„Max Czollek ist einunddreißig, jüdisch und wütend“, hieß es in der Veranstaltungsankündigung. Denn, so heißt es weiter, „hierzulande herrschen seltsame Regeln: Ein guter Migrant ist, wer aufgeklärt über Frauenunterdrückung, Islamismus und Demokratiefähigkeit spricht. Ein guter Jude, wer stets zu Antisemitismus, Holocaust und Israel Auskunft gibt. Dieses Integrationstheater stabilisiert das Bild einer geläuterten Gesellschaft – während eine völkische Partei Erfolge feiert. Max Czolleks Streitschrift entwirft eine Strategie, das Theater zu beenden: Desintegration.“

Nach Gruß- und einführenden Worten durch Inge Kilian, Kommunalverantwortliche der Partnerschaften für Demokratie Bremen, und Liza Kis, Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaften für Demokratie, begann Czollek mit seiner Lesung. Dabei fokussierte er sich auf das, was er „Erinnerungstheater“ nennt: ein gesellschaftlich vorherrschendes, tagtäglich aufgeführtes Drehbuch in der Begegnung zwischen Juden und nicht-jüdischen Deutschen, das beide, aber vor allem die Juden, schematisch in bestimmte soziale Rollen presst. Damit würden die individuelle Vielfalt der in Deutschland lebenden Jüdinnen und Juden, ihrer Lebensentwürfe, Selbstverständnisse und Auseinandersetzungsformen mit der Schoah ausgeblendet. Ein Großteil der Deutschen reduziere Juden deshalb – und allen gängigen Klischees entsprechend – auf Klezmermusik, Israel oder die Schoa, weigere sich gleichzeitig aber sich mit der eigenen Familiengeschichte in Bezug auf den Nationalsozialismus zu beschäftigen. Ein absurdes Verhältnis, das sich, so Czollek, im Alltag, in der Kultur und in der Politik finden lasse.

Nicht nur die nicht-jüdischen Deutschen, sondern vor allem die in Deutschland lebenden Juden sollten sich, so Czollek, von diesem Skript emanzipieren sowie Allianzen mit anderen von der, wie Czollek es nennt, „Dominanzkultur“ Marginalisierten bilden. Diese letztgenannte Gruppe umfasse etwa von Rassismus Betroffene. Wie genau allerdings sich Czollek diese Emanzipation vorstellt, welche Herausforderungen sie beinhaltet; welche Formen von Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus und Schoah in Deutschland möglicherweise schon jetzt Kontrapunkte zur von ihm monierten Diskurs setzten; oder welche Bedeutung Israel trotz alldem für die meisten Jüdinnen und Juden hat -- das alles ließ Czollek weitgehend offen. Das jedoch nicht ohne Grund, denn versteht er seinen Aufritt doch weniger differenziert abwägendes Argumentieren oder gar als Politikberatung, sondern vor allem als polemische Performance, die das Publikum herausfordern und dazu anregen soll, als selbstverständlich Wahrgenommenes zu hinterfragen.

Im zweiten Teil der Veranstaltung weitete Czollek die in Bezug auf das „Gedächnistheater“ entwickelten Gedanken stärker auf das größere Feld der Integration aus. Er verwieß darauf, dass der Begriff der Leitkultur ursprünglich vom deutsch-syrischen Politikwissenschaftler Bassam Tibi in die deutsche Debatte gebracht worden und vor allem an universalistischen Werten orientiert war. Inzwischen sei der Begriff jedoch „völkisch konnotiert“ und vermittele ‚den Migranten‘ vor allem: ‚Ihr gehört nicht dazu‘ bzw. ‚Ihr müsst immens viel von eurer Kultur aufgeben, wenn ihr oder eure Nachkommen es irgendwann einmal wollt‘. Im Gegensatz dazu plädierte Czollek dafür, „Räume der radikalen Vielfalt“ zu schaffen, die derartigen Integrationsparadigmen widerstehen und kulturelle Diversität anerkennen.

Czollek beschäftigte sich in seiner Performance weniger mit realen Individuen, ihren Organisationen und ihren politischen Allianzen -- sondern vor allem mit dem von othering geprägten Blick des dominanten, ‚nicht-migrantischen‘ Teils der deutschen Gesellschaft, der über seine Generalisierungen verhindere, dass genau diese, ja auch schon real gelebte Vielfalt in das Blickfeld gerät.

Mit Meliksah Senyürek berichtete anschließend die Leiterin des Büros des Bremer Rats für Integration von ihren Alltagserfahrungen als Privatperson und im Rahmen ihrer Arbeit. Wie Czollek kritisierte auch sie in Medien, Politik und Alltag vorherrschende Stereotypen über „die Türken“ oder „die Araber“ und plädierte stark dafür, die reale Vielfalt der Individuen anzuerkennen, Fragen nach Repräsentation stärker mitzudenken sowie Gemeinsamkeiten zwischen Muslimen und Juden stärker in den Blick zu nehmen. Auch Czollek kritisierte entsprechend weniger den auch unter Muslimen verbreiteten Antisemitismus, sondern vor allem die – seinem Eindruck nach – in der pädagogischen Arbeit verbreiteten Generalisierungen, wonach zum Beispiel alle Muslime Antisemiten oder potentielle Terroristen seien.

Mit etwa 150 Gästen war die Veranstaltung bestens besucht. Entsprechend vielfältig war auch die Publikumsdiskussion. Die Beiträge reichten von autobiographischen Schilderungen bis hin zu Nachfragen zu von Czollek verwendeten Konzepten. Deutlich wurde, dass die Veranstaltung ein Thema aufgriff, dass viele Bremerinnen und Bremer interessiert und bewegt – und zu dem viele Menschen etwas beizutragen haben.

DER ZWEITE ANSCHLAG führt diese Geschichten in einer vielschichtigen Erzählweise zusammen und eröffnet einen detaillierten Einblick in den Kampf migrantischer Communities gegen Rassismus in Deutschland.

DER ZWEITE ANSCHLAG dokumentiert die bisher kaum beachtete Perspektive der Betroffenen rassistischer Gewalt und stellt sie in den Mittelpunkt. In tiefgehenden Interviews entwickelt der Film ein präzises Bild der teils traumatischen Erlebnisse, welche die Protagonist*innen des Films durchlebt haben.
Doch es bleibt nicht dabei. Angesichts von anhaltenden rassistischen Ausschreitungen, der unzureichenden Aufklärung des NSU-Komplexes und dem Einzug der AfD in die politische Landschaft der BRD haben Mai Phuong, Ibrahim Arslan und Osman Tasköprü eine Entscheidung getroffen: Sie werden nicht länger schweigen. Dabei verweben sich ihre Geschichten. Und während sie für eine lückenlose Aufklärung und ein Ende der Gewalt eintreten, entsteht ein Netzwerk aus Menschen, die ähnliches erlebt haben. So erhebt auch Gülüstan Ayaz-Avci, deren Partner Ramazan bereits in den 1980ern von Nazis ermordet wurde, ihre Stimme. Ihr Fall zeigt, dass rassistische motivierte Gewalt in Deutschland nicht erst mit der Wiedervereinigung beginnt. Auch Özge Pinar Sarp berichtet von aktuellen Entwicklungen und eröffnet im Film eine migrantische Perspektive auf antifaschistisches Engagement in Deutschland. Als sie vor wenigen Jahren nach Deutschland kam und selbst politisch aktiv wurde, bekam auch sie tief verankerten alltäglichen Rassismus zu spüren.

Mittwoch, 12. Dezember 2018 um 19.30 Uhr, Schauburg Bremen
Eintritt: 4€

Eine Kooperationsveranstaltung der Partnerschaft für Demokratie/Bremen und des bremer institut für kulturforschung (bik e.V.)

Im Frühjahr 2019 sind die Bremer*innen gleich zweimal zur Wahl aufgerufen: Sie entscheiden darüber, wer künftig ihre Interessen in Europa und in der bremischen Bürgerschaft vertritt. Ankreuzbar sind dabei auch (extrem) rechte Parteien. Diese schwadronieren öffentlich vom DEXIT, also dem Austritt Deutschlands aus der EU, propagieren Rassismus und Menschenfeindlichkeit und stehen für einen Angriff auf die Rechte gesellschaftlicher Minderheiten.
Referent Fabian Jellonnek von achtsegel.org stellt die Parteien am rechten Rand Bremens vor.

Er informiert über Positionen, Personal und zeigt auf, wie die Parteien mit rechtsextremen Gruppierungen jenseits der Parteienlandschaft kooperieren.

Montag, 10.12.2018 18 – 20 Uhr in Findorff in der Lilie (Hemmstr. 159 · 28215 Bremen)
Kein barrierefreier Zugang

Dienstag, 11.12.2018 18 – 20 Uhr in Blumenthal im NuNaTak (Kapitän-Dallmann-Str. 2 · 28779 Bremen)
Barrierearmer Zugang über eine Rampe möglich

(bitte vorab Bescheid geben: [EMAIL; partnerschaftfuerdemokratie@die-buchte.de] oder 0421/36159023)
Kostenloser Eintritt

Vernetzungstreffen Bremen Mitte
Mittwoch, den 23.11.2016 von 17:00 bis 20:00 Uhr
in der Stadtbibliothek Bremen: Am Wall 201, 28195 Bremen.
Einladung (pdf, 63.8 KB)

Ideologie und Strategien der rechtsextremen Identitären Bewegung Bremen Mitte
Donnerstag, denn 24.11.2015 um 19 Uhr
im Jugendhaus Buchte, Buchtstr. 14/15
Einladung (pdf, 281.3 KB)

Veranstaltungsplakat Ankündigung Quiz, jpg, 35.2 KB

Wir laden Euch am 8. Mai 2018 um 19:00 Uhr in Arinas Café (Neukirchstr. 44 · 28215 Bremen) zu einem „Wissensspaziergang“ durch Bremen rund um das Thema Diskriminierung ein.

Nur gemeinsam ist man stark!

Das Quiz ist ein spannendes & kooperatives Spiel, wobei Wissen und Schnelligkeit bewiesen werden müssen.

Die Teams werden vor Ort gebildet- kommt gerne allein oder mit mehreren!

Kostenloser Eintritt und barrierearmer Zugang

Am 15. September 2016 130 Menschen sind zusammengekommen und haben sich einen Tag lang im Plenum sowie in Workshops mit dem Fachtagsthema "Rassismus in der Sozialen Arbeit" auseinander gesetzt.

Wir freuen uns auch im Nachhinein über Rückmeldungen, Kritik, Ideen für weitere Tagungen, Workshops Projekte - mailt uns gerne an, nehmt Kontakt mit uns auf!

Die Gliederung und Stichpunkte zum Vortrag von Astrid Messerschmid, die Folien von Claudia Jakob und Sabine Hering aus dem Workshop 3 "Integration durch Sanktion?" sowie die Dokumente, die von Teilnehmenden bzw. Input-Geber*innen zur Verfügung gestellt werden auf der Seite des Bremer Instituts für Soziale Arbeit und Entwicklung e.V..

Wir danken all den vielen Menschen, die mitgeholfen und mitgewirkt haben, ganz herzlich!

Der Fachtag wurde organisiert in Kooperation von:

ADA - Antidiskriminierung in der Arbeitswelt
AKS Bremen - Arbeitskreis kritische Soziale Arbeit Bremen
BISA+E - Bremer Institut für Soziale Arbeit und Entwicklung e.V.
Bundesprogramm "Demokratie Leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit"
Flüchtlingsrat Bremen
Naturfreundejugend Bremen

Seit dem Frühjahr 2015 sind über 10.000 Menschen auf der Flucht vor Krieg, Zerstörung und Armut in Bremen angekommen. In fast allen Stadtteilen sind mittlerweile geflüchtete Menschen in Übergangswohnheimen, Hallen bzw. Zelten untergebracht. Viele ehren-und hauptamtliche Bremer_innen engagieren sich in der Unterstützung der Menschen, die wir aufgenommen haben, aber auch Ablehnung und Ausgrenzung sind nicht zu übersehen. In manchen Stadtteilen werden auch rechtspopulistische Meinungen und Ideologien laut. Die aktiven Ehrenamtler_innen sind eine wichtige Stütze Bremens: sie sorgen für das erste Willkommen, organisieren Sachspenden, Feste oder Sprachkurse, begleiten geflüchtete Menschen zu den Ämtern und kümmern sich um viele andere Dinge mehr. Wir möchten alle ehrenamtlichen Engagierten zu diesem Fachforum einladen. Mehr... Fachforum Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit (pdf, 230.6 KB)Samstag, den 23.01.2016 von 12.00 -18.00 Uhr, Jugendfreizeitheim Findorff, Neukirchstraße

Findorff, Kulturzentrum Schlachthof - Kesselhalle

Reclaim and Remember:
Solidaritätskonzert für die Betroffenen rassistischer und neonazistischer Gewalt mit: Neonschwarz, Refpolk, Daisy Chain, Miss Zebra, Kronstadt und DJ KaiKani; Onejiru, Melanie Wharton und Chassy Wezar
Freitag, 27. November 2015
Beginn: 20:00 Uhr

Gedenken ist immer auch ein Erinnern an Gewalt. Und es macht gewalttätige Strukturen sichtbar. Strukturen, die diese Gesellschaft prägen, Hetzreden und Pogrome und Morde ermöglichen. Rechte, rassistische und neonazistische Strukturen. Strukturen von Damals. Strukturen von Heute. Das Haus der Familie Arslan wurde am 23.11.1992 von neofaschistischen Tätern mit Molotow-Cocktails angezündet. Bei dem Anschlag wurden die 10jährige Yeliz Arslan, die 14jährige Ays‚e Yilmaz und die 51jährige Bahide Arslan ermordet. Weitere Familienmitglieder wurden teilweise sehr schwer verletzt. Zuvor hatten die Neonazis bereits einen Brandanschlag auf die Ratzeburger Straße 13 verübt, wo ebenfalls Menschen türkischer Herkunft wohnten. Neun von ihnen erlitten schwere Verletzungen. Rechte Hetze und Angriffe, Anschläge auf geplante und bestehende Flüchtlingsunterkünfte und deren Bewohnerinnen sind 2015 wieder alltäglich geworden. Angehörige der Ermordeten und Überlebende rassistischer und neonazistischer Gewalt benennen diesen alltäglichen Rassismus. Schildern manchmal offen, wie es ihnen tatsächlich geht. Damals und Heute. Verschaffen sich Gehör. Fordern Antworten. Deswegen bedeutet Solidarität den Betroffenen zu begegnen. In ihrem Alltag. Auf Augenhöhe. Auf Austausch bedacht. Mit offenen Ohren. Und weitem Herzen. Es gibt nicht den oder die Betroffene. Es gibt viele Erfahrungen und Geschichten. Viele Verletzungen. Viele Wünsche und Bedürfnisse. Viele Perspektiven. Sie gilt es zu hören. Aus der Vereinzelung zusammenzubringen. Zu vernetzen. Und so Erinnerungspolitiken herauszufordern. Als Kollektiv in der Vielfalt. Die Erinnerung überhaupt zu erkämpfen – an das Geschehene, an das Vergessene, an das Verschwiegene, an das unter den Teppich Gekehrte, an die Ursachen und die Folgen, an das Davor und das Danach. Diese Forderungen sind nach wie vor aktuell.

Informations- und Diskussionsveranstaltung zur Stellung der Roma in der Flüchtlingsdebatte und zu ihrer Situation in den Herkunftsländern.

Findorff, Kulturzentrum Schlachthof - Kesselhalle

Dienstag, 24.11.2015 um 20:00 Uhr
Der Eintritt ist frei!

Die jüngsten Änderungen des Asylrechts gehen vor allem auf Kosten der Flüchtlinge aus den Staaten, die nun zusätzlich zu "sicheren Herkunftsstaaten" erklärt wurden. Dies sind zu einem großen Teil Roma, die laut PRO Asyl und anderen Menschenrechtsorganisationen aufgrund ihrer existenzbedrohenden Ausgrenzung in ihren Herkunftsländern zu uns fliehen.
Neben einer Handhabung für erschwerte Einreise, schlechtere Behandlung und schnellere Abschiebung hat die Gesetzesänderung noch eine weitere Wirkung: sie verstärkt Rassismus und Antiziganismus, indem sie die Botschaft verbreitet: Das sind doch nur Wirtschaftsflüchtlinge.
Wir haben Menschen eingeladen, die über die Situation der Roma in den Balkanstaaten berichten können, insbesondere auch über die dorthin abgeschobenen Menschen. Wir fragen Vertreter der Selbstorganisationen der Roma und Sinti nach den Auswirkungen der aktuellen Debatte auf das gesellschaftliche Klima - aber auch nach Möglichkeiten des solidarischen Handelns. Und schließlich möchten wir den Bremer Senat fragen, wie er die Umsetzung des Gesetzes in Bremen plant.
[FETTEs informieren und diskutieren:]
Romeo Franz, Geschäftsführer der Hildegard Lagrenne-Stiftung für Bildung, Inklusion und Teilhabe von Sinti und Roma in Deutschland, Mannheim, Kandidat von Bündnis 90/Grüne bei der letzten Europa-Wahl
Erika Pape-Post, Abteilungsleiterin beim Senator für Inneres, Bremen, ist u.a. zuständig für Ausländer- und Asylangelegenheiten
Dzoni Sichelschmidt, Bildungsberater aus Hamburg, kam Anfang der 90er Jahre als Bürgerkriegsflüchtling aus dem Kosovo nach Deutschland, engagiert sich seit Jahren für die Bürgerrechte der Roma
Jan Sürig, Rechtsanwalt, Bremen, Teil einer Recherchegruppe aus Medizinern/innen, Rechtsanwälten/innen und Journalisten/innen, die in den letzten Jahren abgeschobene Roma in Serbien, Kosovo und Mazedonien besucht hat.
Moderation: Ralf Lorenzen, freier Journalist, Bremen/Hamburg
Veranstalter: Kulturzentrum Schlachthof

Obdachlose Menschen als Opfer von Diskriminierung und Rechtsextremismus.[HIGHLIGHT8635;RECHTS]

  • 16:00 Uhr Begrüßung: Siegfried Essmann, Sozialzentrumsleitung Mitte
  • 16:10 Uhr: Vortrag und Diskussion: Lucius Teidelbaum "Obdachlose Menschen als Opfer von Diskriminierung und Rechtsextremismus."
  • 17:20 Uhr Pause
  • 17:40 Uhr Vortrag: Annika Müller, pro aktiv gegen rechts "Rechtsextreme Strukturen und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Bremen."
  • 17:50 Uhr Strategien gegen Rechtsextremismus und Diskriminierung: Projekteund Aktivitäten aus 2015 stellen sich vor.
  • 19:00 Uhr Abschluss

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme. Anmeldung per mail bis zum 12. November an krueger@die-buchte.de

Bremen Blumenthal

Mittwoch, den 15. Juli 2015
18:30 – 20:00 Uhr
Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde/Landrat-Christians-Straße 78
28779 Bremen
Vortrag von Fabian Jellonnek und Pit Reinesch;
Grußwort von Peter Nowack /Ortsamtsleiter in Blumenthal

Bremen hat gewählt. Dabei konnten auch rechtspopulistische Parteien Erfolge erzielen. Sowohl AfD als auch BIW stellen Abgeordnete in der zukünftigen Bürgerschaft und in diversen Beiräten. Der Vortrag stellt Strategien und Inhalte rechtspopulistischer Parteien in Bremen vor. Viele Forderungen können dabei als diskriminierend entlarvt werden. Trotzdem erhalten die Parteien wegen ihrer populistischen Stilmittel Zustimmung. Eine Wahlanalyse zeigt, bei welchen Wähler*innen die Parteien beispielsweise mit Parolen gegen Flüchtlinge punkten konnten. Die Referenten beziehen dabei Position: Rechtspopulistische Ansätze lösen keine Konflikte, sondern verschärfen sie. Im Anschluss an den Vortrag wollen wir gemeinsam mit dem Publikum über geeignete Strategien gegen Rechtspopulist*innen diskutieren.